Marianne Schild

Ökonomin, Product Owner in der Webagentur Liip

Wohlstand? Ja - aber ökologisch nachhaltig und sozial gerecht!

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Meine Herkunft könnte man als bescheiden, bäuerlich-kosmopolitisch, von Fleiss geprägt und zweisprachig bezeichnen: Ich bin in Schwanden bei Brienz im Berner Oberland aufgewachsen, gemeinsam mit meinem Schweizer Vater, meiner kongolesischen Mutter, meinen drei Geschwistern und meinen Grosseltern. Nach der Mittelschule in Thun und meinem Studium an der Universität Genf bin ich nach Bern gezogen. Die Stadt Bern ist mein Lebensmittelpunkt, hier arbeite und geniesse ich, hier fahre ich Velo, hier gehen meine Kinder zu Schule und hier bin ich als Städträtin politisch aktiv.

Ich bin sehr dankbar für unseren Wohlstand. Dieser offenbart sich für mich am meisten an der intakten Natur, am Gesundheitswesen, am Bildungswesen und an der Sicherheit resp. der Stabilität. Ich setze mich dafür ein, dass wir unseren Lebensstandard halten können – aber bitte nicht auf dem Buckel von Menschen in Entwicklungsländern, die unter miserablen Bedingungen unsere Güter herstellen, und der zukünftigen Generationen, denen wir Lasten übertragen, um die wir uns heute aus lauter Bequemlichkeit nicht kümmern wollen. Wollen wir wirklich, dass Fliegen günstiger ist als das Reisen mit dem Zug? Dass Bioprodukte teurer sind als diejenigen, die mit Pestiziden hergestellt wurden? Dass wir noch mehr teure Autobahnen bauen, anstatt endlich die Verkehrsnachfrage sinnvoll zu lenken? Dass wir unsere internationalen Handelsbeziehungen gefährden, um Personen die Migration in die Schweiz zu verunmöglichen? Ich jedenfalls möchte das nicht.

Der Föderalismus ist ein Erfolgsmodell. Auch in Zukunft sollten wir uns gemäss dem Subsidiaritätsprinzip möglichst regional organisieren und Entscheide fällen können, das ist bürgerinnennah und effizient. Der Kantönligeist ist mir hingegen zu veraltet. Wir leben in globalen Zeiten und so müssen wir uns auch verhalten: Ob sich ein Unternehmen im Kanton Bern oder im Kanton Solothurn ansiedelt, sollte egal sein. Auch den Stadt-Land Graben müssen wir überwinden. Wir haben andere Probleme:

Damit wir den Wohlstand halten können, ohne zukünftige Existenzen zu zerstören, braucht es Innovation und Investitionen in nachhaltige Wirtschaft. Die Schweizer KMU, welche technologieintensive Güter und Dienstleistungen herstellen, sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und damit unserer Existenz- und Wohlstandssicherung. Die Innovationskraft ist in der DNA der Schweizer KMU fest verankert. Viel mehr müssen wir uns gemeinsam darum kümmern, dass z.b. Unternehmen die Sicherheit im digitalen Raum beherrschen, um das Risiko von Hacker-Angriffen zu minimieren.

Auch als Gesellschaft dürfen wir innovativer sein. Dazu gehört, dass wir die Chancen der Digitalisierung konsequent nutzen und dass wir uns unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Sexualität und Bildungsniveau dieselben Perspektiven zugestehen. Die Zeiten sind global und die Wirtschaft, das sind wir alle.